Harald Franzke
Unternehmensberater.
Dipl. Systemischer Coach & Systemischer Berater.
Universitätslektor.
A. Kompetenz-Profil
Harald Franzke ist ein profilierter österreichischer Unternehmensberater, systemischer Coach, Autor und Universitätslektor. Er ist besonders für seine Expertise in den Bereichen Komplexitätsmanagement („De-Complexing“) und die Verbindung von Wirtschaft mit Philosophie und Gesundheit bekannt.
Hier eine Übersicht über seine wichtigsten Stationen und Tätigkeiten:
1. Berufliche Schwerpunkte & Plattformen
Harald Franzke fokussiert sich in seiner Arbeit auf Entlastung und intellektuelles Wachstum von Führungskräften und die Gestaltung „gesunder“ Organisationen.
- simple down®: Er betreibt diese Plattform, die sich mit dem sogenannten „Complexity Crash“ befasst. Ziel ist es, Über-Komplexität in Unternehmen, Politik und allgemein in Organisationen abzubauen und Prozesse zu vereinfachen.
- together®: Gemeinsam mit Partnern bietet er hier Systemische Beratung und Coaching an, basierend auf Ansätzen wie z.B. dem St. Galler Coaching-Modell.
- Akademische Lehre: Er war seit über 30 Jahren (seit 1984) als Lehrbeauftragter an der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) tätig, insbesondere am Institut für Werbewissenschaft, Marktforschung und Marketing.
2. Autor und aktuelle Publikationen (Stand 2026)
In jüngster Zeit ist er verstärkt als Buchautor in Erscheinung getreten. Zu seinen aktuellen Veröffentlichungen gehören Werke, die sich mit dem „menschlichen Maß“ im Management beschäftigen:
- Filosofi: Ein Buch, das Reflexion und gedankliche Klarheit in den Mittelpunkt stellt.
- Knackpunkt: Fokussiert sich auf Entscheidungsfindung und Fokusfragen.
- Burning Fires: Beleuchtet hochaktuelle, „brennende“ Themen unserer Zeit.
- Complexity Crash: Behandelt die Gefahren von Über-Komplexität in der modernen Wirtschaft.
3. Werdegang & Hintergrund
Franzke verfügt über eine sehr vielseitige Ausbildung und unternehmerische Erfahrung:
- Studium: Er studierte Geologie und Geografie (Uni Wien) sowie Betriebswirtschaft und Werbewissenschaft (WU Wien). Auf der University of Wisconsin, Stevens Point, studierte er - im Kontext der Public Health - Community Health. Seit 2022 widmet er sich zudem dem Studium der Philosophie.
- Unternehmer: Er war Gründer oder Gesellschafter verschiedener Unternehmen, darunter der kartografische Verlag Schubert & Franzke, die Hackner & Franzke GmbH, die Galerie Franzke, sowie das LIFE Institut für Gesundheitsentwicklung.
- Auszeichnungen: 2009 erhielt er die „Goldene Ehrennadel der WWG“ der Wirtschaftsuniversität Wien für seine Verdienste als Universitäts-Lektor an der WU Wien.
4. Philosophie & Ansatz
Sein Leitmotiv in aktuellen Diskussionen (z. B. in Videotalks mit Albin Lintner von Pacovis Österreich) lautet oft: „Der Zweck unserer Tätigkeit dient dem Menschen und nicht umgekehrt.“ Er plädiert dafür, dass Management nicht nur aus operativem Handeln, sondern aus tiefem Verstehen und Reflexion bestehen sollte.
B. Berater-Ansätze
Harald Franzkes Konzept des Complexity Crash ist heute relevanter denn je, da unsere Gesellschaft, Politik, Wirtschaft - eigentlich alle Organisationen - und die meisten Führungskräfte das Gefühl haben, nur noch im „Hamsterrad“ zu funktionieren.
Hier eine Vertiefung seiner zentralen Thesen und Veröffentlichungen:
1. Das Kernkonzept: Der „Complexity Crash“
Franzke beschreibt mit diesem Begriff einen Zustand, in dem Systeme (Organisationen, aber auch Individuen) so komplex werden, dass sie instabil werden und schließlich kollabieren.
- Die Ursache: Wir neigen dazu, auf Probleme mit mehr Regeln, mehr Software und mehr Meetings zu reagieren. Das führt zu einer „Verstopfung“ der Organisation.
- Die Folge: Entscheidungsträger verlieren den Blick für das Wesentliche und sind mit der Verwaltung der Komplexität beschäftigt, statt mit den eigentlichen Organisationszielen, Marktnutzen oder der Strategie.
- Die Lösung: Radikale Vereinfachung durch Fokus auf den „Knackpunkt“ bzw. die „Knackpunkte“
2. Seine aktuellen Bücher im Überblick
- "Complexity Crash":
Diagnose der Überforderung. Es analysiert, warum Organisationen dazu neigen, sich selbst im Weg zu stehen, und wie man den drohenden Kollaps durch systemisches Denken verhindert.
- "Filosofi":
Der Blick nach innen. Hier verbindet Franzke Management mit Philosophie. Er plädiert dafür, dass Führungskräfte „Denkpausen“ brauchen, um kluge statt nur schnelle Entscheidungen zu treffen.
- "Knackpunkt":
Pragmatismus. Es geht um die Kunst, in einem Wust an Informationen genau die eine Frage oder den einen Punkt zu finden, der die größte Hebelwirkung für eine Veränderung hat.
3. Der „De-Complexing“ Ansatz
In seiner Beratungspraxis (z. B. bei "together® Systemische Beratung" und simple down®) nutzt er Methoden, um Komplexität abzubauen. Dabei geht es oft um folgende Ansätze:
- Weglassen statt Hinzufügen: Welcher Prozess dient wirklich dem Kunden und welcher dient nur der internen Absicherung?
- Das menschliche Maß: Technik und Prozesse müssen so gestaltet sein, dass sie die menschliche Leistungsfähigkeit unterstützen und nicht überfordern.
- Systemische Klarheit: Probleme werden nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil eines übergeordneten Systems bzw. Beziehungsgeflechts.
4. Philosophie als Werkzeug
Spannend an Harald Franzke ist, dass er Philosophie nicht als graue Theorie sieht, sondern als „Handwerkszeug für die Praxis“. Er nutzt philosophische Reflexion, um Führungskräften zu helfen, ihre eigenen Werte zu klären und in einer immer schnelleren Welt die nötige Gelassenheit zu bewahren.
Folgende Zitate sind der Grundtenor, der sich durch seine aktuellen Vorträge und Schriften zieht:
„Denken und die Liebe zur Weisheit ist Menschenleben und läßt Menschen leben!“
„Fragen stellen, In-Frage-Stellen und Hinterfragen hilft, die echte Substanz hinter den oft scheinbaren Fakten zu erkennen, zu interpretieren und die geeigneten Schritte zu tun. Vielfältigkeit statt Einfalt ist das Ergebnis!“
„Der breite, tiefe und generalistische Blick von heute ins Morgen hilft, die geeigneten Pfade vom Wahnsinn zurück zum menschlichen Maß zu finden!“
C. Die philosophischen Aspekte seiner Arbeit
Franzke nutzt die Philosophie nicht als abstrakte Theorie, sondern als „Kompass für die Systeme, für die Organisationen“. Seine Ansätze lassen sich in drei Kernpunkte unterteilen:
A. Die Suche nach dem „Wahren“ (Ontologie)
Er fordert Manager auf, hinter die Fassaden von Kennzahlen (KPIs) zu blicken. In der Philosophie geht es um das Wesen der Dinge. Für Franzke bedeutet das: Eine Organisation, ein Unternehmen ist kein technisches System, das man „reparieren“ kann, sondern ein lebendiger Organismus. Management-Philosophie heißt hier, die Eigendynamik dieses Organismus zu respektieren, statt ihn mit Gewalt in starre Prozesse zu pressen.
B. Reduktion auf das Wesentliche (Stoizismus & Minimalismus)
Seine Arbeit erinnert stark an stoische Prinzipien: Unterscheide strikt zwischen dem, was du kontrollieren kannst, und dem, was du nicht kontrollieren kannst.
- Viele Manager verschwenden Energie für Dinge, die sie nicht beeinflussen können (Marktschwankungen, globales Chaos).
- Franzke lenkt den Fokus zurück auf das „Menschliche Maß“
C. Das „Denken über das Denken“ (Metakognition)
Sein Buch Filosofi zielt darauf ab, die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen. Warum entscheiden wir so, wie wir entscheiden? Er nutzt philosophische Fragestellungen, um blinde Flecken in der Führung aufzudecken:
- Dient dieser Prozess dem Menschen oder dient der Mensch dem Prozess?
- Ist „schneller“ wirklich „besser“, oder ist es nur eine Flucht vor der Tiefe?
Zusammenfassung
Harald Franzkes Philosophie ist eine Philosophie der Entlastung. Er möchte den „Wirtschaftsmenschen“ aus der Geiselhaft der selbstgeschaffenen Komplexität befreien. Sein Werkzeug ist die scharfe Logik der Vereinfachung, gepaart mit einer tiefen humanistischen Grundhaltung.
Ausbildung:
1974-78 Universität Wien, Geologie, Geografie
1979-82 Wirtschaftsuniversität Wien, Werbewissenschaft & Marktforschung, BWL
1981-82 Universitätslehrgang Marketing & Sales
1992-93 University of Wisconsin, Stevens Point: Summer Master Studies; Human & Community Resources; Health Care/Health Promotion; National Wellness Institute
1997-98 Ausbildung Wirtschaftstrainer, Wien
1999-2002 Ausbildung Systemischer Coach & Berater, Wien, Heidelberg
2016 Ausbildung zertifizierter Planspiel-Instruktor, Wien
seit 2022 Studium der Philosophie, Universität Wien
Berufliches:
Seit 2023 simple down_® Plattform zu Complexity Crash
Seit 2010 Harald Franzke Unternehmensberatung, Business-Coaching, Persönliches Coaching & together, Baden bei Wien
2010-2014 Externe Beratung & Aufbau der Abteilungen Einkauf und Marketing der Pacovis Österreich GmbH & Co KG
2005-2007 Galerie Franzke, Wien: Gründer, Gesellschafter
1993 – 2010 LIFE® Institut für Gesundheitsentwicklung, Wien/Baden: Gründer, Eigentümer
1995-1997 Wellness Magazin Verlags GmbH, Wien: Gründer, Gesellschafter
1996 – 2007 Convenience Business, Branchenplattform „Impuls-Akademie/Convenience-Akademie“: Gründung, Leitung, Weiterentwicklung. Dann Verkauf an AC Nielsen/Convenience-Akademie München; Veranstaltung jährlicher Studienreisen weltweit zum Thema Convenience-Markt/Convenience-Goods
1989 – 2010 Hackner & Franzke GmbH, Unternehmensberatung, Wien/Hohenberg: geschf. Gesellschafter
1988-1989 Österreichische Philips Industrie GmbH, Wien: Aufbau & Leitung der Abteilung Handelsmarketing, Prokura
1986-1987 Schubert & Franzke GmbH, Kartografischer Verlag, St.Pölten: geschäftsführender Gesellschafter
1982-1985 Österreichische Philips Industrie GmbH, Wien-Eindhoven: Werbeleiter für die Divisionen Licht, Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik, Diktiergeräte
1981-1982 Kümmerly & Frey, Kartografischer-Geografischer Verlag, Bern: Projektleiter
1976-1980 (während des Studiums) Achatz & Ellinger Werbeagentur, dann Foot, Cone & Belding in Wien und Düsseldorf: Kundenberater, Projektleiter
andere Tätigkeiten:
Herbst 2025 Gast-Universitätslektor UNAM (Universidad Nacional Autónoma de México) zu Complexity Crash, Mexico City
seit 1984 Universitätslektor an der Wirtschaftsuniversität Wien, Institute for Marketing Management
Vertriebscoaching, -beratung: Lekkerland, Sonax, Nestlé, Pago, Kelly, Brau Union, Coca Cola, uvm. im Rahmen der „Impuls-/Convenience-Akademie“