Ver-rückte Komplexität und Fragen unserer Welt! Systemisches Coaching …

 

Rab – ½ R.gab = Tab

Diese optisch höchst einfach anmutende Formel hat unsere Weltsicht verändert. Entstanden ist sie durch unendlich viel in Frage stellen und Fragen stellen. Gauß, sein Schüler Bernhard Riemann und schließlich Albert Einstein konnten durch jahrelanges Fragen, Forschen, Wahrnehmen, Rechnen und Spüren – mit dieser in der Substanz extrem komplexen Formel in einfachem Gewand – die Raumkrümmung des Universums (Krümmungstensor) nachweisen. Und Albert erklärte damit die Allgemeine Relativitätstheorie.

„Es scheint mir nun in der Tat, dass … “ beginnt Einstein die einfachen, kurzen, klaren Worte mit denen er die wahre Geburtsurkunde der Quantentheorie – des 2. Eckpfeilers der Physik des 20 Jahrhunderts – ausstellte. Man beachte „Es scheint mir …“! Das wahre Genie zögert!! Und erhielt dafür letztlich den Nobelpreis …

Ob der Komplexität dieser bis heute nach 100 Jahren noch rätselhaften und in Top-Expertenkreisen nicht ganz geklärten Quantentheorie zögerten Genies wie Einstein, Heisenberg, Planck, Niels Bohr und stellten Fragen über Fragen. Sich selbst, untereinander und sogar an Gott.

Selbst wieder zurück im Alltag stehen wir vor höchst komplexen Systemen, deren Wirkungen und Auswirkungen unser Leben ermöglichen, gestalten, verschönern und prägen. Auf Basis des Systemischen Denkens, bei dem wir Wechselwirkungen und Regelkreise verstehen und nutzen, wollen wir unser Leben in und mit lebenden Systemen (nicht-triviale Systeme) – wie Organisationen, Pflanzen, Tieren, Menschen, Gruppen, Paaren, Ökosystemen – verstehen und entwickeln. Dabei stoßen wir auf immer stärker ausgeprägte Komplexität und Selbststeuerung von Gruppen und Organisationen.

Die essenzielle Mechanik zur Erlangung der oft verborgenen Information in Systemen ist auch hier: Fragen und in Frage stellen. Bei gestellter Frage ist mit Antwort – egal ob erwartet oder unerwartet – zu rechnen und somit entsteht Kommunikation; verbal oder non-verbal.

Fragen stellen ist die evidente Methode zur Erlangung von Erkenntnis. In der Systemtheorie mit ihren komplementären Ansätzen aus Biologie (Maturana, ua.), Neurowissenschaften (Roth, Hüther, ua.) oder Sozial- und Kommunikationswissenschaften (H.v.Foerster, P. Watzlawick, ua.) ist die durch Fragen entstandene Erkenntnistheorie der Konstruktivismus.

Auf diesem baut sich sich der Abschied von „Wahrheit“ und „Wirklichkeit“ auf und alles wird relativ. Ist doch eine angenehme Sache, wenn wir uns die Realität selbst gestalten können!?

Das interessante Faktum ist die immer deutlicher werdende Verknüpfung der systemrelevanten Fachbereiche Kybernetik, Systemtheorie und Konstruktivismus mit aktuellsten Entwicklungen in der Teilchenphysik und Thermodynamik (vgl. C. Rovelli).

Wahrscheinlichkeiten, Vermutungen, Vorstellungen und Wechselwirkungen sind Begriffe, die in der exakten, bestimmten Wissenschaft der Physik auftauchen. Interaktionen diverser Mikrobausteine unseres Universums sind mittlerweile evident und der Schritt ist nahe, dass auch in der Physik die Kommunikation von Kleinstteilchen (innerhalb lebender und nicht-lebender Systemen) zu einer Schlüsselfunktion wird …

Die Kommunikation ist mehr denn je die lebens- und  wertgebende Funktion unseres Seins.

Das zentrale Element beim systemischen Coaching ist und bleibt für mich daher das Fragen und in Frage stellen; aus unterschiedlichsten Perspektiven, in unterschiedlichstem Kontext und vor der Kulisse höchster Komplexität und enormer Dynamik!

Rab – ½ R.gab = Tab
Welche Fragen da wohl zugrunde lagen …

… fragt sich Harald Franzke