Be Connected. Communicate!

Zahlreiche Unternehmen laufen sprichwörtlich gegen die Wand. Immer mehr Unternehmen tun das. Und fragen sich viel zu spät warum! Die Absätze und Umsätze stagnieren, lebensnotwendige Gewinne brechen weg, sogenannte Innovationen können nicht mehr finanziert werden, Shareholder oder Eigentümer reagieren ratlos oder panisch. Warum läuft es bei einigen Mitbewerbern ganz anders?

Ein Ansatz ist die Managementqualität des Erkennens von Neuorientierung des menschlichen Lebensumfeldes. Und das punktgenaue Schließen von neuen psychologischen, medizinischen, sozialwissenschaftlichen Erkenntnissen auf das Umfeld von lebenden, sozialen Systemen, wie es Organisationen und Unternehmen sind!

Die alten Führungsmechanismen a la „Command & Control“, „Top-Down-Hierarchien“, lineares Management, uvm. sind heute gescheitert und führen alte Unternehmensstrukturen an die oben genannte Wand.

Lebende Systeme brauchen adäquate, lebendige Führung. Führung, die erkennt, die spürt, die weiß! Führung, die mit den modernen Erkenntnissen aus dem Systemischen Denken, der Hirnforschung, der Psychologie der positiven Emotionen – und somit der Glücksforschung – auf du und du ist. Positive Leadership ist die dazugehörige Strategie!

Ich hatte das Glück in den USA, Steve Fansler, einen der erfolgreichsten Immobilienunternehmer, kennenzulernen. Sein Credo von High Performance, Personalentwicklung und modernem Management kulminiert in seinem aktiven Verständnis für moderne Führungsarbeit. Einer Führungsarbeit, die geprägt ist von High-Level-Communications im Sinne des Open- & Positive Leadership.

Steves Statements zu den Erfolgskriterien des Managements im Originalton:

•First and foremost, they didn’t allow their ego’s to override their intelligence. They had proven themselves to be highly competent and trustworthy managers and they were secure enough to know they didn’t need to prove this fact over and over again.

•They were active listeners. They didn’t allow their biases and assumptions to lead to knee-jerk responses to questions or concerns.

•They didn’t micro-manage. They had confidence in themselves and their employees. When discussing a challenging project/assignment, they didn’t ask for a detailed plan of action. Nor did they continually check to see „how things are going?“ We knew they were available to discuss any questions or concerns anytime.

•They didn’t place blame. Instead, they discussed what may have led to a miscue and how it could be avoided in the future. Then it was corrected.

•They often saw the humor in situations and it became contagious. In fact, it was encourage by example through small practical jokes, stories, celebrations, etc.

•They saw that even minor successes were celebrated and communicated within their departments, and others as well.

•They kept the atmosphere relaxed even when the workload was heavy and demanding. They knew we would perform better without additional pressure.

•They provided opportunities for growth by assigning challenging work. Within the first three years, I was presented with four new and significant projects to manage, one which required extensive travel and work within several divisions including many weekends.

Diese Erfahrungen und Erkenntnisse extrem geschärft und auf den Punkt gebracht heißt:

Communicate & be connected!
Lassen Sie das Leben in Ihrer Organisation kommen …

Meint Ihr Harald Franzke

Imagination forever!

Harald Franzke

Mein fast 17-jähriger Sohn besuchte gestern die Best, Messe für Studien und Weiterbildung. Danach war er voll begeistert. „Papa, ich hab mir so viele tolle Studienrichtungen angesehen. Am liebsten würde ich alle interessanten Studien gleichzeitig machen.“

Na gut, seine echte Kernbegeisterung liegt im weiten Feld der Physik, konkret der Hochenergiephysik, Teilchenphysik. Und genau da begegnet er einem Mann, der viele gescheite Dinge sagte. Zum Beispiel: „Logic will take you from A to B. Imagination will take you everywhere“.
Albert Einstein musste es ja wissen! Ja, er vermutete es.

Und da ist schon was dran. Aus heutiger Sicht, aktueller, denn je.
Noch dazu ist Dank der immer vernetzteren Forschung und dem Zulassen der Wissenschaft, dass unsichtbares, unerklärliches tatsächlich existiert bzw. existieren muss, ein riesiger Schritt in der Erkenntnis passiert. Und Einstein bekommt – wie so oft – posthum wieder Recht.

War es gestern noch das „wenn-dann“, so ist es heute das „wer weiss, was überhaupt“. Unvorstellbare Entwicklungen in der Welt – mit, in und um uns – sind möglich. Das zeigen hunderte Studien, Analysen, Beobachtungen und Fakten. Beim warum tun wir uns schon etwas schwerer.
Hirnforscher, Genetiker, und die erlesene Schar um Physiker, Biologen und Mediziner lassen Hoffnungen keimen, dass beispielsweise durch das in den letzten Jahrzehnten immer größer werdende Gehirn des Menschen , die Zunahme an Neuronen und damit die nachweisbare Steigerung der Intelligenz, die Menschheit ihre Ressourcen in friedvolle, nachhaltige, liebevolle und wertschätzende Weltordnungen lenken könnte.

Ein deutliches Symptom des Umbruches ist die heute für uns unüberschaubar und schwer fassbar gewordene Welt. Höchste Komplexität von Strukturen oder Scheinstrukturen lassen uns immer wieder orientierungslos nach Lösungen von Problemen suchen. Oder nach Entschlüsselung von Situationen, von denen wir glauben, sie seien ein Problem. Schlagworte, die gesellschaftliche und politische Szenarien beschreiben, sind:  komplex, nachfaktisch (was soll das?), faktenlos, diffus, perspektivenlos, orientierungslos, strukturlos, subtil, grenzenlos, …

Uns fehlen im Alltag die Erfahrungen mit der neuen Grenzenlosigkeit der Wissenschaft, den neuen Entwicklungen und deren Folgen umzugehen. Die nun klar anerkannte Verknüpfung von Körper, Seele und Geist, mit der die künftigen Generationen durch die Wirkung der Epigenetik neue Werkzeuge zur Erkenntnis erlangen, ist für viele nicht zu begreifen. Wie auch?

Zu neu ist die stattfindende Öffnung der Evolution, wie beispielsweise die bereits gefühlte, erkannte oder am beweisen befindliche Verbindung von Mensch und Universum.

Ich freue mich über die Vielfalt, die uns von der Einfalt immer mehr trennt. Wenn wir uns der Entwicklung mit Neugier, Freude und Offenheit stellen, wird unser Gehirn aktiver, neue neuronale Verschaltungen und Synapsen entstehen. Wir werden schlauer und wir schaffen es mit Vogelschau und Perspektivenwechsel leichter die Komplexität unserer Zeit zu unserem Vorteil zu nutzen.

Mittlerweile ist es vorstellbar, dass nur mit Gefühlen und Gedanken kommuniziert wird, Handlungen initiiert werden oder Prozesse gesteuert werden. Quasi mit den Basics der Quantenphysik von „Logic will take you from A to B“ zum noch unvorstellbaren „Imagination will take you everywhere.“ Unvorstellbar? Noch! 
Ja, ja, der Einstein.

 

Mit Hirn ins Dorf! Village Effect statt Ent-Sinnung.

Harald Franzke

Es steht außer Zweifel! In Industrienationen und Schwellenländern verroht, erkrankt und verödet die Menschheit leider rapide. Ellenlange, wissenschaftlich abgesicherte – oft aber aus Kalkül totgeschwiegene – Befunde belegen uns dies. Wer offenen Auges, klaren Verstandes und mit eleganter Individualität durchs Leben geht, sieht dies schon lange.

Wir alle wissen sehr viel, wir alle kennen jedes kleinste Detail von wieder sehr vielen kleinen Details. Wir – und vor allem unsere Kinder – sind geniale Akrobaten in der Welt der Elektronik und Experten des Digitalen. Eins und null, ein und aus, das binäre System. Da kennen wir uns aus!

Und was ist mit all den möglichen neuronalen Verschaltungen emotionaler, biologischer oder allgemein formuliert, basismenschlicher Art, die uns Menschen zu individuellen einzigartigen Wesen machen?

Wo ist die universelle Zusammenschau geblieben, die viele Details in ein harmonisches, ästhetisches, ethisches, lebensgerechtes und lebenswertes Ganzes verschmelzen lässt? Wohin ist die herrliche, bejahende und optimistische Vielfalt verschwunden? Die Einfalt dominiert mittlerweile unser Leben. Natürlich sind wirtschaftliche Interessen und gesellschaftlich-politische Weltdominanzen der unintelligente Motor der Einfalt! Unintelligent vor allem deswegen, weil letztlich – trotz großer Anzahl an Macht-Exponenten – ein immer noch von Minderheiten gesteuertes, exzessives, zerstörerisches Machtoligopol sogar schon mittelfristig unseren Planeten und damit das Leben zerstören werden.

Ich bin kein Innovationsverweigerer und auch kein Gestriger. Blicken wir uns um in der Welt von heute!
Globale Vernetzung, riesige Systeme, undurchschaubare, unbeherrschbare Komplexitäten sind entstanden und entstehen. Verrohung in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Familie und Freundeskreis ist klar spürbar und evident. Wahnsinnige, Terroristen, Jugendliche, Kinder die einander abschlachten und quälen, dabei per Smartphone filmen und ins www stellen … Die Beispiele von zerstörten, verstümmelten oder ver-rückten und noch immer als Menschen bezeichneten Wesen, gehen mittlerweile weltweit in die hunderten Millionen.

Der österreichische Nationalökonom und alternative Nobelpreisträger Leopold Kohr wusste es schon in den 1980er Jahren: Große Systeme sind genau wie in der Natur auch in Gesellschaft und Wirtschaft zum Sterben verurteilt. Inhaltlich propagierte Kohr Dezentralisierung sozialer Organisationen und Gruppen auf eine Größe, in der Funktion noch möglich ist, aber gleichzeitig den Mitgliedern eine Überschaubarkeit erlaubt. Kohr war Anarchist und Vordenker der Umweltbewegung. Er erhielt 1983 den „Alternativen Nobelpreis“.

Welche aktuellen Befunde und Lösungsansätze gibt es heute zum riesengroßen Feld der kranken Welt-Gesellschaft?

Die bekannte kanadische Psychologin Susan Pinker ist eine von weltweit vielen, die erkennen, dass der Verlust von – ganz allgemein gesprochen – Nähe, Intimität, persönlicher und direkter Kommunikation, Gemeinschaft, Gemeinsamkeit und Miteinander im wörtlichen Sinn, dieses fatale Spektrum an Ent-Menschlichkeit verursacht. Zusätzlich bewiesen wird das von den neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung, die zeigen, dass die persönliche Entwicklung jedes einzelnen Gehirns und damit jedes einzelnen Menschen durch frühkindliche und erwachsene neuronale Verschaltungen bzw. durch Bildung neuer Synapsen geprägt wird. Diese entstehenden Netze und Verbindungen jedoch werden durch Face-to-Face Kontakte, Bezugspersonen, Vorbilder, Begeisterung auslösende Nähebeziehungen und Kommunikation (ohne Medien! Persönlich!) stimuliert und durch die durch positive Emotionen gebildeten neuroplastischen Botenstoffe positiv beeinflusst.

Damit ist klar: ausufernde digitale Kommunikation und Beschäftigung, persönliche Distanzen, Abschottung von der Gemeinschaft, Isolation, uvm. sind Ursachen für zahlreiche Erkrankungen (physische und psychische), Sprachunterentwicklung der Kinder, Lieblosigkeit, Verrohung, steigende Kriminalität und Sinndefizite ganz allgemein.

Die Erfolgsstrategie lautet daher kurz gesagt: Zurück zum Dorf, zum Village Effect!
Oder nennen wir es provokanter „komplexe Exozentriertheit“.

Das heißt natürlich nicht Verweigerung von Fortschritt und neuen Lebensformen. Die Dosis macht das Gift! Das heißt: vielfältige, persönliche Kommunikation wieder födern, starke Reduktion von digitalen Ritualen wie Dauermailen, WhatsApp, elektronische Spiele, Online-Wahnsinn, und, und, und.

Die 6 Schlüssel-Statements zum „Village-Effect“ sind:

  1. Lebe in einer Gemeinschaft, in der du deine Nachbarn kennst und mit ihnen auch sprichst.
  2. Baue echt gute menschliche Kontakte im Arbeitsalltag. Nutze Email, SMS und Telefon nur für zielgerichtete Kommunikation.
  3. Schaffe dir ein Dorf der vielfältigen Beziehungen und Freundschaften. Soziale Kontakte bei Arbeit, Sport und Freizeit. Gemeinsame Mahlzeiten und Unternehmungen live, persönlich und bewegt! Offline statt Online!!!
  4. Jeder Mensch braucht um sich gesund entwickeln zu können nahe persönliche Kontakte. Steuere das Verhältnis von Face-to-Face Kontakten zu „Screen“-Kontakten, wie die Menge deines Essens im Verhältnis zum Appetit. Weniger ist oft mehr!
  5. Für Kleinkinder und Jugendliche hat die Interaktion mit Eltern, Grosseltern, Freunden, Peer-Groups Priorität! Kombiniere Alltags-Lernen („Live Teaching“) mit Online-Tools bei älteren Kindern und Teens.
  6. Je mehr unsere Tätigkeiten zu digitalen Plattformen abwandern, desto mehr werden Face-to-Face Kontakte in Erziehung, Medizin und Kinderbetreuung zum Luxusgut. Als fundamentales menschliches Bedürfnis, sollten Face-to-Face Kontakte für alle nutzbar und erreichbar sein!

Ich muss jetzt kurz ins Dorf. Bis bald und ein gutes, dörfliches Jahr 2017 wünscht Ihnen

Harald Franzke

Business Breakfast vom 10.11.2016

Harald Franzke

13. Stock. Faszinierender Blick über Wien. Wintergarten über der Vorstands-Lounge im Erstebank Campus Wien. 1. Tag nach der US-Wahl. Französisches Frühstück, gute Stimmung, Präsentation mit Diskussion zum Thema:

„Positive Leadership und Work-Life-Delight in der Praxis eines mittelständischen Unternehmens“

Harald Franzke begrüßt die Gäste, spricht über Positive Leadership, Work-Life-Delight, über die 3. Kraft der Evolutionstheorie  – die Kooperation (nach Martin Nowak) -, über den dringend nötigen Village Effect und plaudert mit Albin Lintner und den Gästen über das gelebte Beispiel von Positive Leadership bei Pacovis Österreich GmbH & Co KG.

In der Folge findet der geneigte Leser die dazu passenden 3 Inputs und 3 Outputs …

3 Inputs

Input 1: Martin Nowak ist ein vifer, ein sehr vifer Zeitgenosse. Forscher (Biologe und Mathematiker) in Harvard und Mastermind der Evolution. Neben Darwins Säulen der Evolution – Selektion und Mutation – bestimmt die Kooperation als dritte und wohl bedeutendste Säule die Natur. Kooperation ist, so weiß man heute, eine fundamentale Strategie der Natur. Wir nennen es New Cooperation …

Input 2: In aller Kürze hier zusammengefasst. Face-to-Face-Kontakte machen uns gesünder und glücklicher! Hohe Anteile an digitaler Kommunikation, digitaler Alltagsgestaltung und digitalen Kontakten bringen a la longue Vereinsamung und machen krank; physisch und psychisch. Mehr noch als gesundheitliche Parameter wie Blutdruck, Body-Mass-Index, Rauchen uvm. scheint der häufige Kontakt mit Familie, Freunden und Nachbarn ein vitales langes Leben zu bewirken. Der Organismus benötigt offensichtlich persönliches Miteinander um gesund zu bleiben; eine Vielzahl von losen oder auch dichten face-to-face Sozialkontakten quer durch den Tag. Das alte, dörfliche Leben im Heute. Wir nennen es Village Effect … (nach Susan Pinker)

Input 3: Systemisches Denken erklärt das Ganze, als die reflektierte, lebendige und einzigartige Summe seiner Teile! Wir nennen es Systemisches Coaching, Systemische Beratung …

3 Outputs

Wir von TOGETHER gestalten mit unseren Klienten voll Freude und Neugier – auf Basis von zahlreichen neuen Erkenntnissen aus Forschung und Theorie – wertschätzende Lösungen.

1. Systemisches Coaching
Das Wesen des systemischen Coachings ist für uns:
Fragen und In-Frage-Stellen! Coaching befindet sich im Spannungsfeld von Person, Funktion und Unternehmen. Das klare Ziel: individuelle Kompetenzen, Bedürfnisse und Ziele mit den Anforderungen des Privatlebens und des Arbeitsumfeldes in Einklang zu bringen.

2. Positive Leadership
Keywords des Leadership-Heute sind Systemisches Denken, Komplexität, Lösungsfokussierung, Wertschätzung, positive Emotionen, Neues aus der Hirnforschung, lebende Systeme, offene Kommunikation, Appriciative Inquiry, Diversity,
Off-Limits-Denken, Vertrauenskulturen, ganzheitliches Wohlbefinden & Gesundheit, Selbstpräsentation, authentischer Medienumgang und vieles mehr! 

3. Work-Life-Delight
1. The power of respect is greater than the power of money
2. Wise leaders know how to follow
3. If you don´t manage change, it will manage you
4. Lifetime learning pays lifelong dividends
5. Healthy people are appreciating assets
6. Sick jobs sabotage long-term investments
7. Our strenghts lie in celebrating differences
8. Work and family are partners for life

… keine weiteren Statements zu Work-Life-Delight nötig!

„Du selbstverliebter Bonobo!“ Oder: Einzigartigkeit belebt.

Harald Franzke

Das war wieder einmal die klassische Trennungssituation. Sie kennen doch sicher die theatralisch und schauspielerisch durchinszenierten Auftritte von Ex-Partnern, wo sich Boshaftigkeiten und Verletzungen höchst emotional aneinanderreihen. Meist kommen dann Ansagen genau zu den Eigenschaften, die vormals so geliebt wurden.

„Du selbstverliebter Bonobo“, schrie Marita zum Abschied meinem Freund Achim ins Gesicht.

Na klar! Er ist ein allseits beliebter und geschätzter Typ, der genau mit seiner Supermischung aus Charme, Eitelkeit, Selbstinszenierung und Gradlinigkeit beeindruckt. Ein Grenzgänger, der ob seines Mottos „No Risk, no Fun“ eckig, kantig und gleichzeitig ein bisschen selbstverliebt durchs Leben huscht. Und damit in der Damenwelt gut ankommt, sehr geschätzt ist.

Langweiler und Ja-Sager, brave Konformisten und einfärbig Einfältige, haben es wohl ungleich schwerer.
Wer von den beiden Typen ist wohl einzigartig?

Und dann ist da noch das Dilemma der Recruiter von (Nachwuchs-)Managern.
Jede Menge sauber frisierte, geschniegelte, aufgeputzte, mit perfektem Lebenslauf ausgestattete Schnucki- und Tussie-Typen eilen von Vorstellungstermin zu Vorstellungstermin. Austauschbare, auf sichere Durchschnittlichkeit getrimmte Menschen mit braver Einfalt.

Dann plötzlich taucht frische, bunte Vielfalt vor dem Personalverantwortlichen auf!! Der Raum wird beim Betreten des Bewerbers, der Bewerberin eng, kreative Lockerheit liegt in der Luft und mutige Macherqualitäten purzeln beim Interview auf den Besprechungstisch.

Einzigartig! Super! Der ist es! Die ist Es!
Authentisch, nicht perfekt, emotional, querdenkend, bereit Fehler zu machen und diese als Chance zu sehen.
Ein Live-Typ! Keine Konserve!

Nur, trauen wir uns diesen Typ in unserem Unternehmen überhaupt zu? Das könnte ja gefährlich für die bestehenden Strukturen sein.
Nein! Einzigartigkeit und Authentizität lohnen sich immer. Unsere Gesellschaft, unsere Unternehmen brauchen gerade diese Menschen; mit dem Mut zum Aufbrechen und Zerstören der verkrusteten Altlasten in Wirtschaft, Politik und Verwaltung.

Die einzigartigen Bonobos, die bunt Vielfältigen, die auffällig Anderen, die stolzen Individualisten und die mutigen Live-Performer haben in Unternehmen, die sich Positive Leadership als Führungsmodell verschrieben haben, ihr Gestaltungs- und Schaffensfeld.

Keinesfalls in Krusten- und Bewahrer-Organisationen.

… meint Ihr Harald Franzke

 

Anmerkung zu Bonobo (ich musste Wikipedia bemühen, da ich leider diese Kerle nicht kannte):

„Der Bonobo oder Zwergschimpanse (Pan paniscus) ist eine Primatenart aus der Familie der Menschenaffen (Hominidae). Sowohl die Weibchen als auch die Männchen in einer Gruppe etablieren ihre Rangordnung. Dabei kommt es auch zu aggressiven Interaktionen, die zwar nicht seltener, aber von deutlich geringerer Intensität als bei Gemeinen Schimpansen sind. Bei der Aggressionskontrolle kommt sexuellen Interaktionen eine wichtige Rolle zu.“

Planspiel! Oder: Wie verantwortungsvolle Menschen aufgehen …

Harald Franzke

Da hab´ ich vor zirka 2 Jahren die Ausbildung zum Planspiel-Trainer gemacht. Einfach so, meiner Neugier zu dem Thema folgend. Ich war sehr gespannt auf diese Form des gehirngerechten Lernens, in das diverse neurowissenschaftliche Erkenntnisse und Ergebnisse einfließen sollten.

Die Teilnehmer bei dem Seminar waren bunt gemischt. Von Studiengangsleitern einer Fachhochschule bis zu ehemaligen Olympiasiegern und jetzt Business-Coach aus der Schweiz. Gute Gruppe, diverse oder diversifizierte Charaktere …

Der Ansatz des Planspielens ist spannend. Und das Planspielen öffnet idealerweise auf subtil emotionale Weise selbst die schwierigsten Typen. Es öffnet Menschen, um Sachverhalte, Probleme, Ziele oder Konflikte zu erkennen, zu bearbeiten, zu lösen. Selbst schwierigste Themen des Business-Alltages werden innerhalb des professionellen Planspieles im wahrsten Sinn des Wortes spielerisch beleuchtet, kreativ bearbeitet, souverän gelöst. Ja, das ist wirklich cool, wie meine Kids sagen würden.

Planspielen, wie es für Organisationen, Unternehmen oder gemeinnützige Institutionen höchst erfolgreich ist, Erfahrungslernen leicht macht, Führungssituationen simuliert, Rollen zielgerichtet entwickelt oder Ziele und deren Erreichung darstellt, ist das ideale Instrument für verantwortungsvolle Manager, Entscheidungsträger und Führer schlechthin.

Also ist Planspielen auch für unser aller Angestellte – und Delegierte im Hause der Demokratie – ein passendes Werkzeug. Für unsere gewählten und von uns allen mit Verwaltung und Problemlösung betrauten Mitarbeiter – die Politiker – wäre, nein ist, professionelles Planspielen das Gebot der Stunde! Nach struktureller Öffnung des organisatorischen Backgrounds oder der Eröffnung des Spieles kommt es unmittelbar zu Konfrontation mit heißen Themen, zu knackigen Fragestellungen im Sinne der Allgemeinheit, zu Beleuchtung individueller Schicksale, zu Analyse von machtbesessener Bereicherung und Korruption, zu Beantwortung von echt essentiellen Überlebensthemen des Staates …

Einer meiner guten Freunde, selbst Eigentümer und Vorstandsvorsitzender eines österreichischen Weltmarktführers seiner Branche, sagte mir in der Diskussion um die Einsatzmöglichkeiten des Planspielens vor etwa 4 Wochen: „Das ist sicher ein tolles Tool! Aber es ist ein Tool für Menschen mit Weitblick, höchstem Verantwortungsgefühl, Ethik, Intuition, ganzheitlichem, langfristigem Denken und großem Herzen. Und somit absolut kein Werkzeug für kleinkarierte Dumpfbacken, institutionelle Ja-Sager oder einfach strukturierte Günstlige, die nur auf den persönlichen Benefit orientiert sind. Also leider keines für die Mehrzahl  unserer Politiker, Kammerfunktionäre oder sonstiger Leute, die nie ernsthaft gearbeitet haben und nur von den Steuergeldern der braven Hackler leben und dieses Geld noch dazu verschwenden.“ Zitat Ende.

Nein, das glaube ich nicht! Planspiele sind auch das passende Instrument für Politiker. Denn die Dynamik und Gruppenemotion innerhalb des geführten Spieles mit all seinen Fachinputs bewegt. Es kann auch abgebrühte und fehlgeleitete jedes Berufsstandes läutern und ihnen den ultimativen Kick zu neuen Erkenntnissen versetzen.

Für mich ist das Planspiel ein großartiges Tool für Positive Leadership und überhaupt alle Führungsthemen.

Harald Franzke

 

 

Im Würgegriff der Ignoranz

Harald Franzke

Ab und zu krank ist völlig normal. Der lebende Organismus braucht Disbalancen zu Ausgleich, Heilung und Erneuerung.  Der Wechsel von kalt und warm, der leider in unserer überzivilisierten Gesellschaft verloren gegangen ist, bewirkt Stimulation des Immunsystems und damit bessere Abwehr von Angriffen durch Aggressoren wie Stress, Bakterien oder Viren.

In Wirtschaft, Politik und Gesellschaft – betrieben durch Menschen und daher ein lebendiges System – sind es Krisen und Kollapse, die Disbalance und Krankheit signalisieren. Paradigmenwechsel waren die Folgen von Krisen. Die großen Motoren der Konjunktur haben im Sinne der Kondratieff-Wellen die Vergangenheit in großen Zyklen durch Basisinnovationen geprägt: Dampfmaschine, Eisenbahn, Elektrotechnik/Chemie, Energie und Auto, Informationstechnologie. Und was kommt jetzt?

Seit etwa 30 Jahren prägen zyklische Krisen unsere Zeit: Börsencrash, Asienkrise, Russlandkrise, Bankrott Argentiniens, Internet-Blase, Immobilienkrise, etc. Die Anhäufung von Krisen ist evident. Krise im System Weltpolitik und Weltwirtschaft bedeutet Krankheit.

Die Selbstheilungskräfte des Systems schwinden durch die Nicht-Ausheilungschancen der Krankheiten. Das Immunsystem schafft den Turnaround offensichtlich nicht mehr. Die Krisen werden immer umfassender und heftiger.

… und wir schauen zu und warten auf die immer unwahrscheinlicher werdende Rettung!

Auf alle Krisen folgte ein Paradigmenwechsel und damit Innovation und Orientierung.
2008 aber nicht mehr! Nach dem Finanzcrash wurde es sträflich versäumt Grundlegendes neu zu denken, radikal alles zu ändern. Der gescheiterte Neoliberalismus blieb.

Wandel ist unerwünscht. Krisen sind mittlerweile gewollt. Der Kapitalismus wurde durch Planwirtschaft der Notenbanken ersetzt. Und dort entscheiden Menschen, die niemand gewählt hat!! Sie kaufen massenweise Staatsanleihen und sogar Aktien und steuern so Politik und Wirtschaft wesentlich. Niemals zuvor ist das Vermögen der Superreichen schneller und stärker gewachsen als heute, nie haben sich Staaten günstiger auf Rücken und Kosten der Bürger verschuldet – und auch entschuldet – als heute. Mit Steuergeldern werden fahrlässig ruinierte Banken mittels schnell im Parlament durchgewinkten Gesetzen saniert.

Wohlstand, Demokratie und letztlich Freiheit bleiben auf der Strecke.
Und wir alle schauen diesem zerstörerisch-kriminellen Treiben zu …

Die Befreiung aus dem Würgegriff der Finanzmärkte ist das Gebot der Stunde. Sonst werden die gut funktionierenden Werkzeuge Marktwirtschaft und Kapitalismus endgültig zu den Killern unseres Wohlstandes. Die gewollten – oder auch manchmal einfach passierten -exorbitanten Fehler der Finanzwelt schreien nach Regulierung. In allen Märkten funktioniert die Freiheit des Spieles. Mit Ausnahme des Finanzmarktes!

Unregulierte Kapitalflüsse schaffen Spekulationen und Blasen und führen zum Kollaps. Die deutlich sichtbare Gruppe derjenigen, die weltweites Kapital und Wirtschaft kontrollieren, hat natürlich kein Interesse an Regulierung. Politiker und Verwalter des Wohlstandes sind schlicht zu dumm, um den momentanen Status quo der sterbenden Volkswirtschaften zu erkennen bzw. etwas kraftvoll-radikales dagegen zu tun.

Das System des Euro ist gescheitert, die EZB kauft weiter mit Irrsinn Unmengen an Anleihen auf, die Transparenz von weltumspannenden Programmen aller TTIP fehlt, Staaten-Insolvenzen werden ignoriert, Trennbanken zur Neutralisierung der Finanzschwerpunkte fehlen, europaweites Staatsschulden-Management fehlt, der neutrale Notenbank-Präsident ohne subtile Netzwerkinteressen fehlt.

Die Aufgaben sind groß, riesig und können nur durch systemische Sichtweisen ganzheitlich gehandhabt werden. Selbst auf dieser hohen Ebene der im Zusammenbruch befindlichen Wirtschafts-, Sozial- und Politiksysteme ist systemisches Coaching und systemische Beratung – mit optimierter Neutralität – das Mittel der Wahl.

 

Harald Franzke

Ich bin korrupt! Sie auch?

Harald Franzke

Liebe Leserinnen und Leser, lassen Sie mich bitte ein wenig herum-denken …

„Was war die Leistung?“

Diese und ähnliche Fragestellungen sind mittlerweile in Politik und Gesellschaft selbstverständlich, an der Tagesordnung und in den Kreisen all jener ethischen Winzlinge und überbordend Mächtigen, die Korruption aktiv und alltäglich leben, längst hoffähig. Das Auffliegen größerer Causen a la Grasser, Meischberger, Mensdorff, Kartnig etc (es gilt natürlich die Unschuldsvermutung …) wird von Anwälten, Justiz und Lobby-Netzwerken elegant begradigt und zurechtpoliert. Den Betroffenen kostet es einen Lacher und sie alle tauchen ungeniert und ungeächtet weiter in der Schnucki-Putzi-Hasi-Gesellschaft auf. Die ORF-Seitenblicke sind wieder dabei!

Korruption liegt dann vor, wenn es Leistung ohne beziehungsweise eine ethisch-moralische oder gesetzlich inakzeptable Gegenleistung gibt. Oder wenn Missbrauch einer Vertrauensstellung erfolgt, um für sich oder Dritte einen materiellen oder immateriellen Vorteil zu erlangen, auf den kein rechtmäßiger oder ethischer Anspruch besteht.

Halt! Leistung ohne Gegenleistung?
Ja, ich bin auch korrupt. Schwer korrupt! Was habe ich schon alles erhalten, ohne dafür echt gegeben zu haben …

Als Kind habe ich regelmäßig eine alte Tante besucht, die alleine lebte und sich immer sehr freute, mich zu sehen. Ich freute mich vor allem über das Taschengeld bei jedem Besuch. Korruption pur.
Selbst im breiten Umfeld der Corporate Governance wurde ich zum Mittäter. Beispielsweise wurde ich damals als Marketingverantwortlicher eines internationalen Konzerns von einem Dienstleister zu einem lustigen Rundflug mit seinem kleinen Privatflugzeug eingeladen. Natürlich alles nur unverbindlich und ohne Hintergedanken des Einladenden … 
Die persönliche Beziehung wurde in der Luft natürlich privat und noch dazu, weil ich selbst pilotieren durfte, emotional sehr offen. Der Anbieter setzte sich dann gegen 2 Mitbewerber als Besserbietender durch und bekam von mir den Auftrag.

Oder Arbeitsessen im Steirereck mit Geschäftspartner, Vorstellung neuer Produkte, Emotionalisierung, Markttest mit den neuen Produkten des Einladenden ohne Gegenangebote zu forcieren.
Bin ich nun ein korruptes Schwein?

Eine fesche Freundin, mit der es zu näheren Kontakten kommt, weil sie in Wahrheit wenig Erotik, aber umso bessere Business-Kontakte hat!? Oder: Das Freundlichsein und Umgarnen der Nachbarin, weil man die beim eigenen Grundstück angrenzende Wiese von ihr trotz Widerständen kaufen möchte.

Ich lade einen Entscheidungsträger zu einer Studienreise nach Japan ein; unter dem Motto „gemeinsame Marktstudie“!?
Und dann …
Falscher Hund oder korrupter Korrumpierer?

Wo ist die Grenze zu ziehen? Was ist unmoralisch? Wer hat den Schaden? Wie würde ich heute handeln? Auf welcher Wertebasis entscheide ich? Was bedeuten die sogenannten „kleinen Fehlverhalten“ für die Organisation, das Unternehmen?

Das Leben durch die Korruptionslupe betrachtet wird uns alle – oder zumindest sehr viele von uns – da oder dort über eine „linke oder nicht ganz rechte“ Stufe stolpern lassen.

Früher nannte man die Mechanik, die uns davor bewahren sollte, „Gewissen“!

Erinnern Sie sich noch daran? Dieses Wort ist nahezu aus dem außerkirchlichen Sprachgebrauch verschwunden. Dabei ist es selbst aus systemischer und konstruktivistischer Sicht aktueller, denn je.

Erkennen wir Gewissen als jenen selbstreflektorischen, an der persönlichen Wahrnehmung und Wertehaltung gemessenen Richtwert für das persönliche Verhalten an, dann sind wir schon beim Systemmodell und Maturana, Foerster und Watzlawick.

Der moderne Führungsansatz des Positive Leadership bildet ein höchst geeignetes Feld das Thema der gedanklichen Unsauberkeiten und der handlungsrelevanten Unsicherheiten durchzudenken und Konsequenzen zu ziehen.

Den gesamten Formenkreis von Korruption und Korrumpieren können wir im privaten Umfeld und in Organisationen / Unternehmen / Politik / Verbänden wohl am besten mittels systemischen Coachings und systemischer Beratung hinterleuchten und nachhaltig bearbeiten.

Ab sofort agiere ich gewissenhaft und „unkorrupt“!

Harald Franzke

 

Sind Sie noch jung genug???

Die intellektuelle Reduktion und Ver-Tunnelung unserer Gesellschaft und somit auch der Politik – als Spiegel derselben – ist evident.

Extrem oberflächliches Denken, verarmtes Fühlen, fehlleitende & manipulierte Trends, angstvolles Agieren sind leider State of the Art!
Stichworte wie Downsizing der Bildung, Verkümmern von Intelligenz und das Lemminge-Syndrom mögen exemplarisch diese Situation skizzieren …

Und da haben wir ja noch den ewigen Jugendwahn, natürlich gleichzeitig gepaart mit der Älteren-Ignoranz und der damit einhergehenden Wissens- und Erfahrungs-Isolation.

Die Personalpolitik nahezu aller nationalen und internationalen Unternehmen belegt dies. Hochkompetente, breit ausgebildete und sozial versierte Menschen über 50 scheitern am Geburtsdatum und werden am Arbeitsmarkt nicht mehr zu einem Vorstellungsgespräch geladen.

Und wie lange haben Sie noch?
Dieser Frage, die hier provokant klingen mag, begegnen wir andauernd.

Im Sinne der Work-Life-Balance, besser Work-Life-Delight genannt, gibt es seit knapp 2000 Jahren bereits die klare Antwort.
Die Antwort ist gleichtzeitig die neue Guideline für die Schmalgeister unserer Zeit!

Marc Aurel, der römische Kaiser-Philosoph schrieb sie im Jahr 170!!!!!

„Die Jugend kennzeichnet nicht einen Lebensabschnitt,
sondern eine Geisteshaltung;
sie ist Ausdruck des Willens,
der Vorstellungskraft und der Gefühlsintensität.
Sie bedeutet Sieg des Mutes über die Mutlosigkeit,
Sieg der Abenteuerlust über den Hang zur Bequemlichkeit.

Man wird nicht alt, weil man
eine gewisse Anzahl Jahre gelebt hat:
Man wird alt, wenn man seine Ideale aufgibt.
Die Jahre zeichnen zwar die Haut
– Ideale aufgeben aber zeichnet die Seele.
Vorurteile, Zweifel, Befürchtungen
und Hoffnungslosigkeit sind Feinde,
die uns nach und nach zur Erde niederdrücken
und uns vor dem Tod zu Staub werden lassen.

Jung ist, wer noch staunen und sich begeistern kann.
Wer noch wie ein unersättliches Kind fragt: Und dann?
Wer die Ereignisse herausfordert
und sich freut am Spiel des Lebens.

Ihr seid so jung wie Euer Glaube.
So alt wie Eure Zweifel.
So jung wie Euer Selbstvertrauen.
So jung wie Eure Hoffnung.
So alt wie Eure Niedergeschlagenheit.

Ihr werdet jung bleiben,
solange Ihr aufnahmebereit bleibt:
Empfänglich fürs Schöne, Gute und Große,
empfänglich für die Botschaften der Natur,
der Mitmenschen, des Unfaßlichen.
Sollte eines Tages Euer Herz
geätzt werden von Pessimismus,
zernagt von Zynismus,
dann möge man Erbarmen haben
mit Eurer Seele – der Seele eines Greises.“

Sie sind doch noch jung genug!
Da ist sich ganz sicher …

Ihr Harald Franzke

 

 

Kennen Sie Luhmann?

Harald Franzke

Niklas Luhmann war Jahrgang 1927. Sohn einer Brauer- und Hotelierfamilie. Er wurde Verwaltungsfachmann per Studium und vor Langeweile besuchte er Unmengen anderer Vorlesungen unterschiedlichster Wissenschaften. Unter anderem lernte er auch die Systemtheorie in ihren ersten Ansätzen bei Talcott Parsons kennen. Begeisterung war die Folge. Niklas, der Verwaltungsfachmann wurde zum Titan der Soziologie!

Sein Forschungsanliegen war es, herauszufinden, wie die Gesellschaft funktioniert. Dabei war ein Ausgangspunkt die Systemtheorie von Parsons, der andere entstammt der Biologie. Das war nicht ungewöhnlich, denn schon einer der Begründer der Soziologie Herbert Spencer, ein Zeitgenosse Darwins, hatte die Soziologie aus der Psychologie abgeleitet und die Psychologie ihrerseits aus der Biologie.

Aber soziale Systeme sind damit keinesfalls eine besonders komplizierte Form von biologischen Systemen. Auch wenn der Mensch zweifellos ein Lebewesen ist … Weil soziale Systeme nicht aus dem Austausch von Stoff- und Energieumsätzen von Lebewesen bestehen, sondern aus dem Austausch von Kommunikation und Sinn. Kommunikation und Sinn sind aber etwas so grundsätzlich anderes als etwa Proteine, dass es sich für einen Soziologen überhaupt nicht lohnte, weiter darüber nachzudenken. Von der Biologie zu lernen, bedeutete für Niklas Luhmann etwas anderes.

Seine Inspiratoren waren die chilenischen Hirnforscher Humberto Maturana und Francisco Varela. Zentrale Frage der beiden Herren war unter anderem: „Was ist Leben?“

Maturana erklärte Leben als ein System, das sich selbst hervorbringt und organisiert. Organismen hätten somit ständig damit zu tun sich am Leben zu erhalten und sich dadurch zu erzeugen. Das nannte Humberto Autopoiese, also: Selbsterzeugung. Gleichzeitig schuf Maturana auch eine neue Definition von Kommunikation. Wer kommuniziert übermittelt nicht einfach eine Information. Vielmehr organisiert er mit seiner wie auch immer beschaffenen Sprache ein System. Bakterien tauschen sich aus miteinander aus und bilden ein ökologisches System. Hirnregionen kommunizieren und erzeugen ein neuronales System, das Bewusstsein.

Luhmann denkt natürlich sofort auch an soziale Systeme. Ein autopoietisches System, entstanden durch sprachliche – und damit symbolische – Kommunikation.

Beim lieben Niklas handeln Menschen nicht mehr: Es geschieht Kommunikation! Und es ist weitgehend egal, wer da kommuniziert. Entscheidend ist nur: Mit welchem Ergebis?

Naja, ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist der Ansatz schon, oder?

In in der menschlichen Gesellschaft tauschen sich nicht vordergründig Stoffe, Energien, Bakterien oder Neuronen zu einem System aus, sondern „Erwartungen“. Wie werden allerdings Erwartungen ausgetauscht? Welche Erwartungen erwarten wir? Und was entsteht daraus? Die Systemische Beratung und das Systemische Coaching beschäftigen sich genau damit.

Wie schafft es die Kommunikation, Erwartungen so auszutauschen, dass moderne soziale Systeme entstehen? Solche, die weitgehend stabil und unabhängig von anderen Einflüssen funktionieren. Systeme wie die Politik, die Wirtschaft, das Recht, die Wissenschaft, die Religion, die Erziehung, die Kunst oder – die Liebe.

Genau an diesen Fragestellungen arbeiten wir doch ununterbrochen; sei es wir bei TOGETHER professionell, oder wir alle tagtäglich im Privaten!

Darüber weiter, tiefer und intensiver nachzudenken ist hochinteressant und macht Feude, glaubt

Ihr Harald Franzke
(angeregt von R. D. Precht)